Karate-Lehrer und Dojo-Leiter Lutz Fischer aus Stade holt mit 57 Jahren einen neuen Meistergrad

Karate ist für den Meister ein Stück Heimat

Karate-Lehrer und Dojo-Leiter Lutz Fischer aus Stade holt mit 57 Jahren einen neuen Meistergrad

Stader Tageblatt 18.04.2010

STADE. Sport hält fit. Und als Pensionär hat er Zeit genug, um parallel auf mehr als drei Hochzeiten zu tanzen. Der Stader Kampfsportler Lutz Fischer lebt seine Leidenschaft nach Herzenslust aus. Karate begleitet ihn seit seiner Referendariatszeit, als er 1979 sein erstes Dojo in Tostedt eröffnet hatte und später für mehrere Jahre Vorsitzen der des Karate-Sport-Clubs Stade war. „Eigentlich begann alles noch viel früher”, denkt der 57-Jährige an sein Jurastudium an der Universität in Göttingen zurück. „Damals war unsere Sportart noch so etwas wie eine seltene Orchidee.” Der pensionierte Jurist hat sich in vielen aktiven Jahren stets sportlich weiterentwickelt und die Prüfungen mehrerer Meistergraduierungen bestanden. Erst vor zwei Wochen hat Lutz Fischer den vierten DAN, eine der höchsten Prüfungen, abgelegt. „Man kann nach hohen Graduierungen streben, man kann aber auch ein Leben lang zufrieden mit einer mittleren Graduierung trainieren”, sagt Fischer, der nun fünf Jahre warten muss, um den nächsten DAN zu erreichen. „Wichtig ist nur, mich gesundheitlich fit zu halten. Das macht er bis heute als Dojoleiter und Trainer in Stade, Buxtehude und Drochtersen. 1984 gründete er das Karate-Dojo im TVG Drochtersen, 1989 kam das damalige ,,Palazzo Stade” hinzu, später die Dojos im Fitsport in Stade und in Buxtehude.

Aktuell betreut er Karateschüler aller Altersstufen. „Die Altersspanne reicht von vier bis 74 Jahre. Darunter sind auch ganze Familien und ich habe sogar schon Patenkinder aus meiner Sportgruppe.” Zusätzlich begleitet er diverse Projektwochen an Schulen, im Sport und zur Gewaltprävention. „Etwas für sich selber zu machen, das ist typisch für unsere Sportart”, erklärt Lutz Fischer. Nur zwei bis drei Prozent seien als Leistungssportler auf Meisterschaften dabei. Für die meisten stehe der Breitensport im Vordergrund. Richtig betrieben, könne es eine wirklich „lebensbegleitende” Sportart sein. Manche sind hohe Karatemeister, ohne jemals einen Wettkampf bestritten zu haben, manche Leistungs-, andere Breitensportler, aber alle könnten gemeinsam trainieren und im Karate ihre Heimat finden Karate als Leistungssport betreut seit vielen Jahren auch als lizensierter Prüfer für Shotokan, stilrichtungsoffenes Karate und Koshinkan. Seit 2008 ist er Vorsitzender des Rechtsausschusses des Karateverbandes Niedersachsen. „Es gibt immer mal kleine Unstimmigkeiten, wenn jemand zu sehr über das Ziel hinausschießt, dann greifen wir steuernd ein. Disziplin und Respekt sei aber ohnehin ein ganz wichtiger Punkt des Karate-Sports. (lg)