Karate-Lehrer Lutz Fischer etabliert kreisweit neue Kurse

Anfang November startet der 63-jährige Schwarzgurt durch

Karate-Lehrer Lutz Fischer etabliert kreisweit neue Kurse

Von Daniel Berlin 26.10.2016 Stader Tageblatt

STADE. Der Stader Karate-Lehrer Lutz Fischer (63) startet die nächste Offensive, um seinen Lieblingssport im Landkreis Stade noch populärer zu machen. Anfang November beginnt der Träger des 5. Dans, in Drochtersen, Buxtehude und Stade weitere Trainingszeiten für Kinder und Erwachsene anzubieten.

Ende der 1960er Jahre kam Karate nach Deutschland. 1973 begann Lutz Fischer im Rahmen seines Studiums mit dem Sport, der sein Leben fortan bestimmen sollte. Karate wurde zu „einem Eckpfeiler”. Aus reiner Neugier wurde Passion. Den fünften Dan legte der Schwarzgurtträger im vergangenen Jahr ab. An der Prüfung für den sechsten Dan darf er sich in vier Jahren versuchen.

Karate sei die viertgrößte Sportart der Welt, sagt Fischer. Allein in Deutschland seien in 2300 Vereinen in den 16 Landesverbänden weit mehr als 200 000 Menschen organisiert. Niedersachsen zählt weit über 10 000 Mitglieder in 250 Vereinen. Tendenz steigend. Der Ansturm auf die Vereine verläuft zwar nicht mehr so vehement, wie noch vor einigen Jahren, aber die Mitgliederentwicklung stagniert auch nicht. „Karate ist etabliert”, sagt Fischer. Einen weiteren Schub verspricht sich der 63-Jährige, wenn Karate im Jahr 2020 bei den Spielen in Tokio erstmals olympische Sportart wird.

Dennoch rührt der heutige Ruheständler für seinen Sport kräftig die Werbetrommel. Seine Schüler sind zwischen drei und 76 Jahre alt. „Die Mischung zwischen Kraft, Beweglichkeit und Koordination ist gut”, sagt Fischer, der in Buxtehude und an anderen Standorten die Academy Zanshin betreibt. Neben dem Training bietet Fischer Projektwochen an Schulen an. In einigen Schulen ist Karate längst ständiger Kurs.

„Karate kann man das ganze Leben lang betreiben, ob mit Wettkampfcharakter oder ohne”, sagt Fischer. Krankenkassen erkennen den Sport als Gesundheitssport an und investieren lieber in die Prävention als die Reha. Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Karate Verband Niedersachsen und Stellvertreter des Schiedsgerichts auf Bundesebene legt Wert darauf, dass Karate Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund ist. Viele Kampfsport-Verbände, die überall aus dem Boden schießen und mit wenigen Hundert Mitgliedern selbst Weltmeisterschaften für sich beanspruchen, belächelt er.